Krippe


In unserer Krippengruppe, welche aus elf Kindern ab dem ersten Lebensjahr besteht, arbeiten wir nach der Waldorfpädagogik Rudolf Steiners. Unser Team besteht aus zwei Waldorferzieherinnen und einer dritten Kollegin, welche uns in der Kernzeit des Tages unterstützt.
Unser Ziel ist es, dem Kleinkind einen Bildungsraum zu gestalten, in dem es sich frei entwickeln darf. Das Kleinkind soll innerhalb seiner Zeit in unserer Krippe täglich die Möglichkeit haben, selbstständig oder nach dem Prinzip „Hilfe zur Selbsthilfe“ an seiner Entwicklung zu arbeiten.

Weiter erkennen Sie unser Anliegen, dem Bildungsauftrag gerecht zu werden, darin, dass wir eine Basis für die weitere gesunde Entwicklung der uns anvertrauten Kleinkinder anlegen, bzw. diese gemeinsam mit den Kindern und ihren Eltern entwickeln wollen. Hierfür sehen wir das tägliche sogenannte Freispiel im Haus und im Krippengarten, in dem das Kleinkind sich erste Fertigkeiten im selbständigen Spiel und im sozialen Miteinander aneignet, die Mahlzeiten, bei denen die Kinder
den sicheren Umgang mit echtem Geschirr erlernen, unsere täglichen Angebote für die Sprachentwicklung und den festen Mittagsschlaf als sehr wichtig an.

Nach Rudolf Steiner lernt das Kind nachahmend, ein Element seiner Pädagogik. Jedes Kleinkind ist von sich aus neugierig, orientiert sich am Können anderer, dem wollen wir gerecht werden. Dies zeigt sich z.B. darin, dass wir dem Kleinkind nicht erklärend begegnen, sondern dass wir ihm täglich die Möglichkeit geben, sich Fähigkeiten nachahmend anzueignen. Damit wollen wir dem Kind vermitteln, dass es kompetent genug ist, sich selbst zu bilden. Dies wiederum soll das Kind darin bestärken, neugierig zu bleiben, um sich mit Freude gesund weiter entwickeln zu können.

Uns Erzieherinnen verlangt es viel Geduld und Kreativität ab, diesem Ziel täglich gerecht zu werden. Doch sehen wir dieses Ziel als eines unser Hauptaufgabenfelder innerhalb der pädagogischen Arbeit an. Durch wöchentliche Reflexionen im Team, versuchen wir unser pädagogisches Handeln stets zu optimieren. Es ist uns ein großes Anliegen, dass der Bildungsauftrag täglich im Vordergrund steht und nicht der Betreuungsauftrag. Dies erkennen Sie auch daran, dass wir eine Betreuungszeit bis 14.00 Uhr haben
und feste Ferienzeiten im Jahresablauf. Denn Entwicklung braucht nicht nur Geduld, Liebe und echte Aufmerksamkeit sondern auch Pausen und Ruhephasen. Auch die Erzieher brauchen diese Phasen, damit sie den Bildungsauftrag fachgerecht ausüben können.

Aber auch die täglichen Begegnungen im sozialen Miteinander, sowohl mit den Kindern als auch mit den Eltern sind für uns sehr wichtig, damit eine vertrauensvolle Erziehungspartnerschaft entstehen kann. Es können bei Bedarf Elterngespräche vereinbart werden, und regelmäßig finden Elternabende statt. Wir Erzieherinnen sehen uns als Bindungspersonen für die Kinder, denn ohne Bindung ist keine Bildung möglich, und als Partnerinnen der Eltern, die diese in Entwicklungs- und Erziehungsfragen unterstützen möchten.

Da wir möchten, dass sich die Kinder bei uns sicher und geborgen fühlen, damit sie sich gesund entwickeln können, herrscht im Krippenalltag Rhythmus und Wiederholung vor, ein weiteres Element der Waldorfpädagogik. Unser Tagesablauf ist z.B. durch gleichbleibende zeitliche Strukturen gekennzeichnet. Dadurch
bekommt das Kleinkind schnell das Gefühl, den Tagesablauf durchschauen zu können, was ihm Sicherheit gibt und das Gefühl, den Tag mit gestalten zu können, was wiederum förderlich für sein Selbstwertgefühl ist. Der Wiederholung werden wir
gerecht, in dem z.B. Lieder und Fingerspiele über mehrere Wochen wiederholt werden. Denn nur so, kann das Kleinkind in einen Lernprozess einsteigen, das Gehörte verinnerlichen und sich Synapsen im Gehirn, welche wir zum Lernen benötigen, bilden. Der Gruppenraum ist klar und übersichtlich gestaltet. Damit geben wir dem Kind Orientierung und wollen einer Reizüberflutung entgegenwirken. Denn die Sinne des Kleinkindes müssen sich erst entwickeln und ein Zuviel an äußeren Reizen kann schnell überfordernd wirken.

Abschließend möchten wir hier verdeutlichen, dass es in der Waldorfpädagogik auch darum geht, dass jeweils Besondere in jedem Kind zu erkennen und herauszufinden, wohin jedes einzelne Kind strebt. Denn nur dadurch können wir jedes Kind auf seinem Entwicklungsweg optimal begleiten und an schwierigen Stellen dieses
Weges unterstützen. Die Weisheit, dass unsere Kinder nicht werden sollen, wie wir geworden sind, ist ebenfalls ein weiteres Leitbild unserer täglichen Arbeit. Denn jedes Kind ist ein besonderes Individuum, welches seinen eigenen Weg und somit seine eigene Zukunft finden soll!